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Entspannt in den Tag starten

Heute steht nicht viel an, wobei, eigentlich schon. Heute ist die Tour mit Franka von boabap-tours in den „wilden Osten“. Um 9 soll es draußen vor der Schranke zum Gelände des Hotels los gehen. Also gemütlich Zusammenpassen, dann umziehen – denn man soll eventuell eine Badehose mitnehmen – und frühstücken. Und mal zwei volle Flaschen Wasser mitnehmen, denn ich hab ja nur noch Geld für die Tour. Der ATM in der Lobby spinnt noch immer. Ist ja mittlerweile auch egal, denn die morgige Tour ist schon online bezahlt. Ich wollte ja nur noch ein Trinkgeld geben.

So, gefrühstückt, den Kaffeepegel eingestellt und ein paar Früchte gegessen. Jetzt kann’s los gehen. Auf zum Tor und warten. Ich weiß ja nicht wie Franka aussieht oder was für ein Auto sie fährt. Aber nach und nach trudeln mehr Leute hier ein und warten, da wird sicher noch jemand mit bei der Tour dabei sein.

Dann kommen die ersten Jeeps und sammeln Leute ein. Es werden weniger und weniger und dann bleiben da nur noch zwei Frauen stehen. Na due mal fragen ob sie auch auf Franka warten – und tatsächlich, sie haben die selbe Tour. Dann erstmal ein bisschen quatschen. Die beiden kommen aus Trier und arbeiten zusammen. Ich meine sogar die beiden im Hotel schon mal gesehen zu haben, beim Essen im Kapverdischen Restaurant 😅. 

Da kommt Franka

10 Minuten später kommt ein Pickup mit boabap-Tours auf der Seite. Das muss Franka sein. Und tatsächlich, sie begrüßt uns und eine weitere Frau auf der Sitzbank auf der Ladefläche entschuldigt sich, dass sie der Grund ist wieso sie zu spät sind. Scheinbar hatte sie sich im Tag geirrt 😅. Kann ja mal passieren. Dann steigen noch zwei aus, ein Pärchen so wie es aussieht. Sie gehen mit auf die Ladefläche und ich auch. Die beiden Frauen, die mit mir gewartet haben, nehmen wegen Wind und Sonne lieber drinnen Platz. Dann geht es noch zu einem weiteren Hotel in der Nähe, dem Ibereostar. Das hatte ich schon gesehen, als ich am Strand entlang gelaufen war. 

Franka biegt aber plötzlich von der Straße ab und nimmt einen Sandweg. Aha, die kann man wohl hier einfach so fahren? Na sie wird es schon wissen. Dann am Hotel steigt eine jüngere Frau ein. Sie würde gern mit hinten auf die Ladefläche, aber nimmt erstmal vorn Platz. Franka sagt uns noch, dass wir jetzt erstmal bis in den Süden fahren, zum RIU Tuareg Hotel und dort kurz anhalten. Hey , da war ich die letzten Tage auch immer zum Tauchen 😂. 

Es geht auf Off-Road Tour

Dann geht die Fahrt los, nur das es deutlich entspannter und langsamer geht, als der Fahrer von der Tauchschule 😁. Endlich kann ich mal die Aussicht genießen und ein paar Fotos machen. Dann erzähle ich nebenbei noch mit den anderen hier draußen. Der Kerl ist irgendwie seltsam, erzählt etwas komische Sachen und denkt vermutlich, er wäre dadurch interessant. Na was soll’s, erstmal ignorieren und freundlich quatschen. Dann kommen wir bei dem Hotel im Süden an und halten, wie besprochen. Franka erklärt uns wo wir jetzt genau lang fahren, was es zu sehen gibt und einige weitere Details. Auch dass das Hotel hier 1000 Leute beherbergen kann und es auf die doppelte Kapazität ausgebaut werden soll. Wow, ist das wirklich notwendig?! Hier brüten doch Schildkröten, die armen kleinen…

Jetzt fragt der Kerl ob wir auch den großen Affenbrotbaum anschauen können. „Wenn genügend Zeit ist ja“ antwortet Franka. Und dann will sie noch das Mittagessen vorbestellen und gibt uns eine Auswahl. Ich entscheide mich für Thunfisch. Der war hier so lecker, meistens zumindest. Und da fragt der Kerl auch schon wieder, ob er nicht das Nationalgericht haben kann… man, das stand ja nicht mal zur Auswahl. Ruhig bleiben, er ist wie er ist 😅. 

Die verlassene Stadt Corral Velho

Nun geht es weiter. Runter von der Straße auf in den Sand und durch Geröll. Erster Halt: Curral Velho – ein verlassenen Fischerdörfchen in dem nur noch Ruinen stehen. Außer ein Haus. Franka erzählt die Geschichte dazu. „Ein Junge, der hier geboren war ist nach Italien ausgewandert. Dann kam er später im Rentenalter zurück und war traurig, dass das Dorf verlassen war. Also richtete er das Haus seines Vaters wieder her, baute es wieder auf und wohnte darin. Er nannte das Haus „Le Chateau de mon pere“ – Das Haus meines Vaters.

Ihm kam dann noch die Idee, er könnte eine kleine Bar aufmachen und bestellte dafür einen Schiffscontainer und richtete alles her. Leider war der Tourismus in den 1990ern noch nicht so groß wie heute und deswegen scheiterte das Projekt dann mangels Besuchern. Und dann ist der alte Mann irgendwann verstorben.“ Eine schöne und traurige Geschichte zugleich, wenn man das einzige Haus mit Dach so sieht. Franka erzählt auch, dass sie auch gern hier her gezogen wäre, es dann aber sich nicht getraut hat. Da gehört zu viel Arbeit dazu und deswegen hatte sie Angst das allein zu machen. 

An der Stelle, wo wir angehalten hatten – 200 Meter unterhalb der alten Ruinenstadt – ist eine alte Saline. Hier wurde früher Salz gewonnen. Und es ist auch noch jede Menge davon da. Leider wird diese, wie auch die beiden anderen Salinen hier auf Boa Vista, nicht mehr betrieben. Eigentlich könnten die Einheimischen da so viel Salz verkaufen… aber wie Franka meint, sind die Kapverdianer keine guten Geschäftsleute 😅. Eine Kleinigkeit hat sie noch für uns – Salz hier aus der Saline, dass sie selbst abgefüllt hat. Voll lieb von ihr 😊.

Meer und Sonne, und wenn man Glück hat, auch Schildkröten

Dann geht es weiter zum größten Schildkrötenstrand hier. Klar, es ist momentan keine Saison, aber hier legen von August bis Dezember die Schildkröten ihre Eier ab. 40 bis 60 Stück. Das muss wohl der größte Strand auf der Insel sein, wo sie das tun. Und dass der Strand riesig ist, kann ich nur bestätigen 🙂.

Nach ein paar Fotos, ein paar angedeuteten Nester und sogar armen kleinen Schildkröten, die es nicht geschafft hatten, geht es nun weiter zum zweit größten Boabap Baum hier auf der Insel. Direkt hinter dem Strand Praia de João Barrosa. Das erste was passiert, der Kerl frag ob wir den größten trotzdem noch anschauen oder ob wir den hier lieber weglassen können um den andren zu sehen 🤦‍♂️. 

Die Geschichte zum Boabap Baum

Dann erzählt uns Franka, dass der Baum mehrere tausend Jahre alt werden kann, nur selten Blätter trägt und eigentlich wie falsch herum eingepflanzt aussieht, also mit der Wurzeln nach oben. Auch hierzu gibt es eine alte Geschichte: „Der Baum hielt sich einst für den schönsten Baum der Welt. Da das Gott nicht gern sah, hat er ihm die Krone abgenommen und dazu verdammt, fast nie Blätter zu tragen.“ Eine zweite ist: „Der Teufel selbst hat den Baum gepflanzt. Der Teufel macht aber so viel falsch, deswegen hat er den Baum mit der Krone nach unten eingepflanzt und nun schauen nur noch die Wurzeln heraus.“

Dabei teilt Franka Kostproben von der Frucht aus. Es ist ganz helles Fleisch und schmeckt nach Zitrone. Und in der Mitte ist dann immer ein Kern. Den kann man einpflanzen und dann seinen Kinder weiter vererben, denn der Baum trägt frühestens nach 80 Jahren das erste Mal Früchte. In einem Nebensatz erklärt Franka auch noch, dass der Berg im Hintergrund der höchste der Insel ist und das Boa Vista an sich die flachste Insel der Kapverden ist.

Darf man die Früchte wirklich mitnehmen?

Und nun ist der Kerl daran interessiert, ob sie so eine Frucht vom Baum mitnehmen können. Ohne eine wirkliche Antwort – weil Franka es nicht weiß – machen sie sich auch schon an einer der Früchte zu schaffen und nehmen sie ab. Super, wenn das jeder machen würde, dann hätte der Baum nach wenigen Tagen oder sogar Stunden schon gar keine mehr dran hängen. Ist ja sowieso ein Wunder, dass er gerade welche dran hat. Mir fehlen die Worte, auch die anderen sind von dem Verhalten etwas genervt. 

Dann machen die beiden auch noch jede Menge Fotos. An sich ist ja nichts dabei, aber die beiden machen so viele Bilder direkt am Baum, dass sie uns anderen quasi immer im Bild sind. Erst nach 10 Minuten kann ich ein paar Fotos machen. 

Da kommt die junge Frau aus dem anderen Hotel auf mich zu und fragt mich, ob ich sie vor dem Baum fotografieren kann. Klar, ich frage noch ob ich auf etwas achten soll, doch sie meint nur, ich sehe nicht so aus als hätte ich das erste Mal eine Kamera in der Hand und zwinkert mir zu 🤔. Und dann geht es auch schon weiter. Nur dass die junge Frau mit der anderen, die vorher neben mir hinten saß, den Platz tauscht. Ihr ist es draußen zu sonnig 😅.

Zeit zum Abkühlen

Nach weitern gut 20 Minuten sind wir dann nochmal an einem Strand, dem Praia de Abrabas. Hier liegen deutlich mehr kleine ausgetrocknete Schildkröten. Das tut mir echt leid das so zu sehen. Auf der anderen Seite hat die Evolution ja sicher auch genau deswegen sich dahin entwickelt, dass jede Schildkröte so viele Eier legt – dass zumindest ein paar durch kommen und nicht an Erschöpfung sterben oder gefressen werden. 

Nochmal 5 Minuten weiter können wir jetzt auch Baden an dem Strand. Aber mir ist gerade nicht danach, also lieber ein paar Bilder. Ich mag gerade nämlich nicht so wirklich den Sand überall haben, wenn wir noch so lange unterwegs sein werden 😅.

Eigentlich sollten wir hier nur 15 Minuten Pause machen, aber es waren dann doch eher 30 Minuten. Fast alle, inklusive dem Paar sind Baden gegangen. Dann sammelt er Müll zusammen. Damit steigt er wieder etwas in meinem Ansehen. Aber wenn ich mich nicht geirrt habe, dann hat der vorhin auch so eine kleine ausgetrocknete Schildkröte eingesteckt. Also doch kein wirklicher Aufstieg. Den Müll schafft er ins Auto unter die Sitzbank hinten draußen. Hoffentlich nimmt er den Müll dann auch am Ende der Tour mit.

Weiter durch den Sand zum größten Baobap Baum der Insel

Dann geht es weiter zum Baobap Baum, zum größten der Insel. Dabei bemerke ich, dass der Kerl seine Unterhose im Wind trocknet 🤦‍♂️. Hab ich mich vorhin doch nicht versehen, ist der mit seinen Shorts baden gegangen… Aber die jetzt im Fahrtwind zu trocknen, das ist echt unnötig… zumal die knall-gelb ist 😂🤦‍♂️. Wenigstens sind wir schon nach wenigen Minuten beim Baobab Baum angekommen. Während wir einen kleinen und steinigen Pfad hinab laufen, kommen wir an einem alten Schädelknochen eines Tieres vorbei. Der Kerl denk, es sei ein Hundeschädel… Was für ein Unsinn. Also ehrlich mal, ich habe ja da jetzt auch nicht die Ahnung, aber der Schädelknochen war so groß, das kann nur eine Ziege oder ein kleinerer Esel gewesen sein. Aber der Kerl will sich eben wichtig machen 🤷‍♂️.  

Franka erzählt, dass es der Baum schon sehr sehr alt ist. Und dass es 7 Menschen braucht, um sich drum herum als Kette aufzustellen. Das wollen wir natürlich wissen und stellen uns auf. Tatsächlich, wir sind genau 7 Leute, also außer Franka. Sie läuft außen herum und filmt uns. Mal sehen ob ich das Video noch bekomme 😅.

So leichtes Holz

Dann finden wir ein Stück Holz von dem Baum. Es ist ungefähr einen Meter lang und knapp 30 cm im Durchmesser. Franka hebt dass mit einer Leichtigkeit an 😳. Aber sie erklärt, dass das Holz des Baobab Baumes einfach nur sehr leicht ist. Außen herum ist eine sehr dicke Rinde und das Holz im inneren ist wie ein Schwamm. Als ich das Stück Holz anhebe überrascht es mich, wie leicht diese recht große Stück Holz ist. Vielleicht so 2 oder 3 Kilo. Also für was zu gebrauchen ist das Holz sicherlich nicht 😅.

Dann geht es auch schon wieder Richtung Auto. Alle sind bereits auf dem Auto – bis auf einer. Er ist am Hang stehen geblieben und sammelt Steine und Holz. Ich mein klar, wenn man sich dafür interessiert, dann ist das schon schön. Aber er nimmt irgendwie gefühlt einfach alles mit. 

Auf zum Morro Negro Leuchtturm

Von dem Baobab Baum aus geht die Tour weiter zum Leuchtturm, dem östlichsten Teil der Insel. Der Weg dahin zieht sich ein bisschen und über Stock und Stein gibt Franka ein wenig mehr gas. Der ganze Staub, der aufgewirbelt wird, macht sich jetzt auch bemerkbar auf meinen Klamotten. Bisher bin ich halbwegs verschont geblieben, aber jetzt ist es mehr erdiger Staub 😅. Unten am Leuchtturm angekommen erzählt Franka noch kurz, dass es von hier nur noch gut 500 Kilometer bis zum Festland sind und dass der Leuchtturm der östlichste Punkt von ganz Kapverden ist. Dann geht es auch schon den Weg zum Leuchtturm hinauf. Gut 700 Meter bergauf. Oben angekommen bietet sich mir ein herrlicher Ausblick. Ich kann zwar nicht weit sehen weil es so diesig ist – und das Festland schon gleich gar nicht – aber die Buchten und Strände rings umher sind einfach wunderschön 😍. 

Auch der Kerl mach Fotos. Nachdem ich seine kleine Kamera sehe frage ich mich, wieso er nicht lieber sein Smartphone nimmt… das macht bestimmt bessere Bilder 🙈. Aber dann knipst er einfach während des Laufens, hier mal ein Foto, da mal ein Foto. Die Bilder sollen scharf werden? Aber dann muss ich mich echt zusammen reißen, dass ich nicht loslachen muss. Er macht durch seine Sonnenbrille hindurch Bilder… da hat er sich vorhin noch so halb über meinen ausziehbaren GoPro Stick amüsiert und den verspottet und nun muss ich mir das Lachen verkneifen 😅. 

Oben auf dem Leuchtturm

Auf jeden Fall frage ich nach, ob man im Leuchtturm auch hinauf darf – „Ja klar, nur passt oben mit dem Geländer auf, das ist nicht mehr so zum festhalten gedacht.“ sagt Franka. Also ab nach oben. Und der Ausblick wird nochmal etwas besser. Es ist auf eine seltsame Weise schönen hier. Sehr einsam, aber schön und ruhig. Hier zu leben, das ist glaube ich zum einen Gemütlichkeit, zum anderen aber auch Stress mit dem heranschaffen von Lebensmitteln. Franka erzählte das unten auch, dass der Leuchtturmwärter, der hier lebt, einmal die Woche einige Kilometer in den nächsten Ort laufen muss um sich was zu Essen zu kaufen. Trinkwasser wird ihm aber gebracht. 

Als dann alle wieder unten sind kauft sich der Kerl noch eine schöne große Fechtermuschel bei dem Leuchtturmwärter. Er meint, er hat 10 Euro bezahlt. Ja gut, wieso auch nicht. Aber wir suchen heute ja auch noch welche, von daher ist es vermutlich höchstens wegen der Größe. Dann will die jüngere Frau auch eine Kaufen. Während sie drinnen ist erzählt der Kerl, dass er für die Fechtermuschel nur 5 Bezahlt hat und dann noch anderes Zeug für 5 Euro gekauft hat. Warum hat er denn das der armen Frau nicht gesagt, will der echt das sie mehr bezahlen muss? Das regt nun endgültig alle anderen auch auf und er wird sogar direkt von einer anderen Mitfahrerin gefragt, wieso er so einen Mist macht. Da lacht er nur blöd… 🤦‍♂️.

Mittagessen – um halb vier

Die Zeit ist recht schnell vergangen heute, also sind wir scheinbar etwas später dran als Franka gedacht hatte. Denn jetzt geht es zum Mittag essen – um halb vier 😂. Wir fahren wieder recht lange durch eine steinige Landschaft wo plötzlich immer wieder mal ein paar Esel stehen. Manchmal auch Kühe oder Ziegen. Vorbei an dem kleinen alten Dörfchen Cabeco Doe Tarefes, wo sich der Leuchtturmwärter scheinbar sein Essensvorrat kaufen muss, geht es nach Fundo de Figueiras. Hier sind die Häuser so schön bunt und es ist so gemütlich. Es erinnert mich sehr an Belize 😍.

Wir gehen in ein sehr kleines lokales Restaurant, in das Restaurante Reencontro. Franka kennt die Leute hier sehr gut, wobei ich mittlerweile fast denke, dass hier sowieso jeder jeden kennt 🙂. Wir nehmen Platz, waschen uns aber auch noch kurz die Arme und Hände und dann möchte Franka das trinken bestellen und ist ganz verdutzt als ich ihr sage, dass ich nichts bestellen kann. Das letzte Bargeld das ich habe ist für sie. Sie will mir schon eine Flasche ausgeben, aber ich zeige ihr, dass ich vorgesorgt habe und noch eine ganze Flasche dabei habe 😉. 

Leckere Saucen und guter Thunfisch

Dann gibt es eine Vorspeise. Brot, das mit verschiedenen Ölen und Gewürzen serviert wird. Die rote Öl-Sauce, die scharfe – die hat es mir angetan. Dann gibt es Das Hauptgericht. Ich hatte ja Thunfisch bestellt, die anderen Ziege, Hähnchen oder vegetarisch. Und ich bin so fasziniert, wie gut der Thunfisch schmeckt. So leckeren Thunfisch habe ich das letzte Mal in Belize gegessen. Es ist eine Paste dabei, die soooo lecker ist. Da fragt der Kerl plötzlich bei Franka, ob sie weiß was da drin ist 😅. Endlich mal was nützliches von ihm. Franka fragt die Köchin und dann erfahren wir: Paprika – rote, grüne und gelbe, Zwiebeln, Knoblauch und Öl. Alles sehr fein geschnitten und fertig. Das muss ich definitiv daheim mal probieren. Die Beilagen zu den Gerichten sind für alle da, es gibt Gemüse, Pommes, Reis und Kuskus.

Dann gibt es einen Nachtisch. Eis. Es steht zur Auswahl Eis mit Sahne und Keksen oder Eis mit Maracuja. Natürlich nehme ich Maracuja und wow, wie lecker das ist. Einfach Sahne mit etwas Vanille und Passionsfrucht-Stücken drin, also mit Kernen. Das muss ich auch mal selbst machen, bzw. probieren zu machen. “Die Maracujas werden hier direkt angebaut“ erzählt uns Franka noch.  

Franka kommt ursprünglich aus Italien

Dann sitzen wir noch ein kleines Bisschen und unterhalten und. Franka kommt ursprünglich aus Italien und gibt Touren auf deutsch und vermutlich auch auf italienisch. Leider darf sie ihre Flyer nicht in den Hotels auslegen. Klar, da hätte TUI bestimmt was dagegen so als hiesiger Reiseveranstalter. Deswegen muss sie die Leute direkt am Flughafen schon erwischen und ihre Flyer verteilen. Schade eigentlich. Aber ich empfehle sie ganz sicher, einfach weil sie nicht so auf die Zeit achtet und so nett und freundlich ist und ihre Tour echt gut durchdacht ist. Dann erfahren wir noch dass sie schon einige Jahre hier ist und gern die doppelte Staatsbürgerschaft haben wollen würde. 

Dann fragt der Kerl noch ein paar seltsame Sachen bezüglich der Sprache – die ist hier Kreol – er meint er möchte gern ein paar Worte kennen. Klar, einerseits normales Interesse, aber ihr wisst doch bestimmt wie das so ist, wenn einem jemand einmal nervt. Das vergeht nicht so schnell wieder 😅🙈.

Muscheln sammeln

Weiter geht es zum letzten Punkt auf der Tour, hinaus aus der bunten Stadt in Richtung Küste. Und mich erinnert das gemütliche Örtchen an Orange Walk Town 😅.

Es geht zu dem Strand Porto Ferreira, an dem man sehr viele Fechtermuscheln finden kann. Hier werden nämlich die gefangenen aussortiert und da liegen scheinbar dann öfter leere herum, die noch nicht zerbrochen sind. Allerdings eher normalgroße, so Faustgröße. Aber immer noch besser selbst gesammelt und gefunden als einfach nur gekauft. 

Hier liegen soooooo viele Scherben der aufgebrochenen Muscheln herum, aber da finde selbst ich welche 😅. 3 darf man mit nach Deutschland bringen – erfahre ich von Franka. Das muss ich später nochmal prüfen, aber echt voll cool. Das ist mal ein wunderschönes Andenken an den Urlaub. Besser als eine Postkarte.

Die Kapverdische Route 66

Nachdem dann alle welche gefunden haben und sich für die schönsten entschieden haben, geht es weiter. Weiter zum letzten Highlight der Tour – über die Kapverdische Route 66. Eine Straße, die quer über die Insel führt. Komplett gepflastert und gerade so breit, dass zwei Autos aneinander vorbei kommen. Um auf die Straße zu kommen, müssen wir zuerst vom Strand den Weg zurück nach Fundo de Figueiras und dann geht es direkt auf die Holperpiste. Der nächste Ort, durch den die Straße führt, ist Refugio D‘um Cabrer. Eine schöne kleine bunte Stadt, in der Franka noch eine extra Runde dreht um uns quasi durch die drei Straßen und damit die gesamte Stadt zu führen 😅.

Dann geht es mit einem kurzen Stopp am Aussichtspunkt der Straße weiter, oder besser zurück zum Hotel. Die Sonne verschwindet langsam und es wird auch merklich kühler. Wobei ich mir heute schon einen gescheiten Sonnenbrand geholt habe, wie ich jetzt feststellen muss. Das war bis vor einer Stunde definitiv noch nicht so rot 🙈. Beim Aussteigen verabschiede und bedanke ich mich dann nochmal bei Franka für den tollen Tag. Und auch dass sie so entspannt ist trotz dem, dass es schon 19 Uhr durch ist.

Den Abend ausklingen lassen.

Nun endlich in meinen Zimmer muss ich erstmal duschen. Den ganzen Dreck herunter spülen und vor allem aus den Haaren bekommen. Dann gehe ich noch einen Happen Essen. Nebenbei schreibe ich mit dem Tourenanbieter von morgen schon, wegen dem alternativen Ziel der Route, weil ja da eine Eco-Lodge nicht besuch bar ist. Ich entscheide mich für die kleine Kirche bei Sal Rei in der Nähe.

Den restlichen Abend passiert nicht mehr wirklich viel. Ich etwas Notizen machen, etwas schauen, den Tag Revue passieren lassen und dann irgendwann einfach zufrieden und doch fertig vom Tag einschlafen 😊.

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Boa Vista • Unterwegs mit Franka – Reisebericht 2022

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