Im November hat es uns noch einmal nach Ägypten verschlagen. Und hier sind wir in allen Hinsichten Wiederholungstäter. Wir sind ja sonst nicht Fan davon, mehrmals an die selbe Stelle zu reisen. Aber sowohl die Gegend, die Ausflüge als auch das Hotel haben uns so überzeugt, dass wir uns nicht vorstellen können, dass es irgendwo in Ägypten perfekter ist.

So packten wir unsere Koffer und starten via Rail and Fly unseren Flug von München nach Marsa Alam. Ja es war eine Pauschalreise und das ist für einen reinen Schnorchelurlaub nach Ägypten die beste und günstigste Variante. Aufgrund der politischen Lage sind die Flüge nach Marsa Alam recht begrenzt, da der Tourismus leider stark zurückgegangen ist. So kommen wir im Gengensatz zu den 2 vorherigen Urlauben auch erst nachts am Flughafen an. Aber alles kein Problem.

Wie die letzten Male auch gab es laut Auswärtigem Amt wieder eine Teilreisewarnung. Als Badeurlauber merkt man aber Null davon, dass es krieselt. Die letzten Reisewarnungen beschränkten sich mehr auf die Ballungszenten wie Kairo. Und man solle Massenansammlungen vermeiden. Da muss der Besuch der tollen Schätze der vergangenen Pharonenzeit auf hoffentlich bald friedlichere Zeiten warten. Ich habe früher immer nicht verstanden, wie man nach Ägypten reisen kann, ohne diese anzusehen.

Unterwasserwelt Rotes Meer – Suchtgefahr!

Aber Leute, die Unterwasserwelt – ein Traum. Erst als ich das schnorcheln für mich entdeckte, erschloss sich mir der Grund,

Feuerfisch

dass man nach Ägypten durchaus auch nur wegen dem Meer kommen sollte. Die Artenvielfalt des Unterwasserparadieses ist riesengroß. Aufgrund des vergleichsweise warmen Wassers und des erhöhten Salzgehaltes fühlen sich hier die buntesten Fische und Korallen wohl. Auch Schildkröten, Delfine, Seekühe und div. Riffhaie sind zu bestaunen.  Übrigens, wisst ihr woher das Rote Meer seinen Namen hat? Wenn die Abendsonne auf die Berge strahlt, reflektierten sich die in Rot getauchten Hügel im Meer.

Marsa Alam

Sonnenuntergang über dem Roten Meer

Also zurück zu unserer Reise. Marsa Alam liegt südlich von Hurghada und El Quesir und grenzt an den Nationalpark Wad al-Gimal. Vom Nil gesehen, liegt es ungefähr auf halber Höhe zwischen Luxor und Aswan. Da es erst später als Hurghada für den Tourismus erschlossen wurde, ist es hier noch wesentlich schöner und ruhiger.

Nach 2 Stunden Fahrt mit dem Bus checkten wir zum nun mehr dritten Mal im südlich von Marsa Alam gelegenen Gorgonia Beach ein. Das Hotel ist sehr schön und weitläufig, das Essen lecker und vielfältig. Auch eine Shishabar in einem orientalischen Zelt gibt es am Stand.

Hotel Gorgonia Beach

Aber vor allem das Hausriff des Hotels hat es uns angetan. Bei den meisten Hotels ist das Baden nur über einen Steg am Außenriff möglich, da das Riffdach bis an den Strand reicht. Beim Gorgonia gibt es aber noch zwei vorgelagerte Becken, in denen man bei ruhigen nicht so tiefen Wasser auch schon schön Schnorcheln kann. In dieser geschützten Umgebung fühlen sich z.B. Schildkröten besonders wohl und fressen hier gerne Seegras. Wenn wir eine entdecken, halten wir uns immer Ewigkeiten dort auf und beobachten sie einfach nur.

Schnorchelparadies direkt vorm Hotel

Außenriff

2013 gab es am Gorgonia Beach noch keinen Steg. Wer ans Außenriff wollte und sich traute, musste auf Hochwasser warten und konnte dann an bestimmten Stellen über das Riffdach schwimmen. Achtung Bauch-Einziehen. Das ist manchmal schon ein wenig tricky und aufregend. Aber der Moment, wenn man das Außenriff erreicht und das Riffdach verlässt. Unbezahlbar. Ich habe jedes Mal Schmetterlinge im Bauch. Die Aussicht ist wirklich atemberaubend: Das steilabfallende mit bunten Korallen überzogene Riff, an denen unzählige verschiedene Fische wohnen, der gefühlte Ewigkeiten entfernte Meeresboden, das endlose Blau….  I love it.  Auch jetzt mit Steg habe ich es geschafft, Denny zu überreden, dennoch e

Schildkörte

in paar Mal den Weg übers Riffach zu nehmen. Außerdem kann man wenn man von Norden her startet, gut mit der Strömung schnorcheln und am südlichen Ende beim Steg wieder zurück zum Strand gelangen. Bisher hatten wir immer Glück und einen Tag im Urlaub sogar die grüne Flagge am Strand. Das heißt fast gar keine Strömung. Da ist man mit der Richtungswahl freier und tut sich vor allem nicht so schwer, wenn man sich mal etwas genauer anschauen möchte. (Wenn man Pech hat, wird auch mal die rote Flagge gehisst. Da ist das Schnorcheln leider nicht möglich und die Sicht sowieso mega schlecht.) Leider mussten wir auch immer wieder beobachten, wie Leute sich auf das Riffdach stellen. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso manche Menschen einfach nicht so weit denken können, dass sie damit Korallen und Leben zerstören und dem Erhalt dieses wunderbaren einmaligen Ökosystems nicht beitragen, sondern eher das Gegenteil bewirken. Sorry – aber da könnt ich mich echt aufregen. Es ist einfach nur traurig…

Nemo

Am Außenriff haben wir neben den vielen kleinen bunten Fischen z.B. schon Weißspitzenriffhaie, Tintenfische, Igelfische, Drückerfische (Picasso-, grüner Rießendrückerfisch), Clownsfische (Nemo!!!) und vorallem die vielen Arabischen Doktorfische gesehen. Wobei diese sich mehr über dem Riffdach aufhalten.

junger Arabisches Doktorfisch

Achtung – unter Umständen sind diese etwas agressiv. Im ungünstigsten Fall, können sie einen mit einer am Schwanz befindlichen Sichel schneiden. Ist uns bisher nicht passiert – aber sicher kein Weltuntergang… Zumindest wenn nicht gerade ein Hai in der Nähe ist… *uaahaha*

Mit Delfinen Schwimmen

Unseren einwöchigen Urlaub verbrachten wir aber nicht ausschließlich am Meer. 2 Ausflüge machten wir noch zusätzlich. Zum wiederholten Male starteten wir von Hamata (auch deshalb ist das Gorgonia sehr praktisch gelegen) zum Sataya Riff. Hier hält sich tagsüber ein Schwarm Spinner-Delfine auf, um sich auszuruhen bzw. zu schlafen (Delfine schlafen immer nur mit einer Gehirnhälfte um in Bewegung bleiben zu können – sie haben dabei das entsprechende Auge geschlossen).

Sataya Riff

Nach ca. 2 Stunden Fahrt mit einem Ausflugsboot gegen teilweise recht hohe Wellen (nicht alle haben das so leicht weggesteckt… Aber der Rückweg ist schlimmer, was viele nicht dachten und sich beim Mittagessen nach dem Schnorchelgang so richtig den Magen vollgeschlagen hatten… ) erreichten wir das traumhaft türkise Riff mitten im Meer. Dieses Jahr und beim vorherigen Besuch, hatten die verspielten Zeitgenossen, wie eine Mitreisende es nannte, „richtig Bock“ auf uns und sind die ganze Zeit um uns herumgeschwommen. Das war beim ersten Mal nicht so: da sind sie immer abgehauen. Die Delfine können also schon beeinflussen, in wie fern sie gestört werden und sind den Touristen nicht ausgeliefert. Mit einem Schlauchbot wird man im Riff dahin gefahren, wo sich die Delfine gerade aufhalten und klettert oder rutscht rückwärts ins Wasser.

spielende Delfine…

Das Wiedereinsteigen ist da jedoch wesentlich interessanter. Aber es wird einem geholfen (auch wenn man sich vielleicht kurzzeitig wie ein gestrandeter Wal fühlt 😉 ) und es wurde mit Sicherheit noch niemand zurückgelassen. In der Bucht befanden sich jeweils 2-5 Ausflugsboote. Aber auch hier sind wir jeweils wieder auf dem richtigen gelandet. Man muss halt zumindest ein bisschen aufpassen, wo die eigene Gruppe sich gerade befindet. Das Schwimmen mit den Delfinen ist immer wieder wie ein Traum 😍 . Es sind so tolle intelligente Tiere, die man hier beim Spielen und Rumtollen in freier Wildbahn beobachten kann. Einfach unbeschreiblich. Nach einem 30-60-minütigen Schnorchelgang gab es Mittagessen auf dem Boot. Ich als Vegetarier habe auch was gefunden.

so nah…

Danach konnte man noch einmal mit einem Guide am Riff schnorcheln (bei den ersten 2 Urlauben wurde einem die Wahl gelassen, ob man stattdessen noch einmal mit den Delfinen schwimmen möchte). Die Rückfahrt war wie bereits angedeutet sehr turbulent. Insgesamt ist es ein sehr toller Trip, den wir auch in potenziellen weiteren Urlauben wieder machen würden. Der Ausflug wird übrigens an nördlicher gelegenen Hotels leider(?) nur als 2-Tagesauflug mit Übernachtung auf dem Schiff angeboten. Bzw. gibt es noch Angebote zum Dolphinhouse, was wohl nicht so toll / erfolgreich sein soll.

Mit dem Quad durch die Wüste

Der zweite Ausflug den wir unternommen haben, war eine Quadtour. Diesmal haben diese über das Hotel gebucht. Die über FTI gebuchte Tour ging 2014, mit Einsammeln weiterer Touris an anderen Hotels, ein ganzes langes Stück die Hauptstraße Richtung Marsa Alam Town hoch und man startet in einer Gruppe von 15-20 Mann in Kolone durch die schöne canyonartige Wüstenlandschaft. Gefolgt von einem Tee im Beduinenzelt und einem kleinen Kamelritt.

Kamelritt

Die Tour diesmal vom Hotel aus war eine reine Quadtour, aber dennoch wesentlich schöner. Wir waren zu zweit mit einem (weder deutsch noch englisch sprechenden ) Beduinen unterwegs. Schnell mit den typischen Tüchern eingekleidet, ging es auch schon los. Unser Guide merkte schnell, dass er mit uns nicht so langsam fahren muss. Anfangs war uns noch etwas mulmig zu Mute: So mitten zwischen den Bergen, ohne selbst genau zu wissen, wie wir alleine zurückfinden würden, mit einem Einheimischen, mit dem wir uns nur mit Händen und Füßen verständigen konnten. Doch er brachte uns an die coolsten Ecken mit toller Aufsicht auf schroffe Wüstenlandschaften. Auch einen Platten, den ich unterwegs hatte (?!?!?!?), hatte er in Nullkommanix mit einer roten Kautschukmasse geflickt. Der Trip war echt toll. Und wir konnten mal so richtig Gas geben. Echt empfehlenswert. Die Tour von FTI dagegen würden wir nicht noch einmal machen.

Sightseeing Ägypten?

Wenn die politische Lage es zulässt, würde ich mir auch gerne mal die Pyramiden und Tempel ansehen. Seit einer Kunst-Unterrichtsstunde in der Schule, wo u.a. die Größe der Pyramiden (gigantisch) erörtert wurde, stand fest, ich will da irgendwann hin. Dafür eignet sich meines Erachtens am besten eine Nilkreuzfahrt. Klar werden auch von den Badehotels aus Ausflüge nach Kairo, Luxor oder Abu Simbel angeboten. Aber ich würde mir die stundenlange Fahrt durch die Wüsten nicht antuen wollen. Und da ist man dann auch nur an einer Sehenswürdigkeit… Da ist so eine Kreuzfahrt, auch wenn wo anders auf der Welt eher nicht so unser Ding, schon sehr praktisch.

Fluch des Pharao?!

Am Ende noch ein paar Worte zum „Fluch des Pharao“. Mich hat es in 2 von 3 Urlauben erwischt und ich lag je einen Tag flach. Denny hatte keine Probleme. Man kann meines Erachtens mit dem Essen aufpassen wir man möchte (Zähneputzen nicht mit Leitungswasser versteht sich in bestimmten Ländern von selbst sowie nicht eiskalte Getränke in sich hineinzuschütten) – wer einen empfindlichen Magen hat, kann dem Fluch scheinbar nur schwer entgehen.

Aber ich habe festgestellt, dass sich der Körper schon etwas an die ägyptischen Bakterien gewöhnt. Beim ersten Urlaub ging´s mir richtig dreckig. Beim 2ten waren die Beschwerden nicht ganz so schlimm und im 3ten Urlaub hatte ich gar keine Probleme. In der Not hilft am besten Pentofuryl. Die in Deutschland üblichen Durchfalltabletten versagen hier leider. Nehmt am besten schon welche (Pentofuryl) mit. Die Ärzte im Hotel verschreiben einem Tabletten mit genau dem selben Wirkstoff. Zusätzlich bekommt man noch eine Art Antibiotika. Außerdem habe ich gelesen, dass es wohl auch nicht schadet, Pentofuryl prophylaktisch vorher einzunehmen. Habe ich aber bisher nicht ausprobiert.

Riffdach
roter Mond
unter Wasser
Chillen am Strand
Mond
Sergeant Major
Gorgonia Beach vom Außenriff aus
Korallen nahe Strand
großes Hotelzimmer Gorgonia Beach
Strand

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Pauschalreise – Rückfällig geworden?? Ägypten (Marsa Alam)

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